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Notar Dr. Peter Veit

Notarkosten

Die Notarkosten sind seit dem 1. August 2013 im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) bundeseinheitlich neu geregelt. Diese Reform hat die Bestimmungen der "Kostenordnung" abgelöst. Ziele des Gesetzgebers bei dieser ersten grundlegenden Änderung nach 27 Jahren waren:

Den Notaren ist es verboten, höhere als die gesetzlich vorgeschriebenen Gebühren zu verlangen. Es ist ihnen aber auch umgekehrt nicht gestattet, auf ihr gesetzlich vorgesehenes Honorar ganz oder teilweise zu verzichten. Sollte sich ein Notar daran wider Erwarten nicht halten, sollten Sie sich fragen, wie es um dessen Seriosität bestellt ist.

Gleiche Notargebühren überall

Daher: Die Notarkosten sind überall gleich. Insbesondere besteht kein Unterschied, ob Sie einen Amtsnotar, einen Anwaltsnotar oder mich als selbstständigen Notar im Hauptberuf zurate ziehen.

Wovon die Gebühr abhängt

Die Höhe der konkret in einem Fall entstehenden Gebühren hängt - wie bisher auch - von zwei Umständen ab: Der Art des Geschäfts und dem Geschäftswert.

1,0-fache, 2,0-fache und 0,5-fache Gebühren

Je nach Art des Geschäfts sieht das GNotKG vor, dass eine 1,0-fache Gebühr, ein Vielfaches davon oder aber nur ein Bruchteil davon anfällt. Welcher Gebührensatz gilt, ist im Kostenverzeichnis geregelt. Dieses bildet eine Anlage zum GNotKG. Was darin nicht aufgeführt wird, bleibt - anders als nach dem bisherigen Recht - automatisch gebührenfrei.

Wie hoch eine 1,0-fache Gebühr ist, hängt von der wirtschaftlichen Bedeutung des beurkundeten Geschäfts oder der beglaubigten Erklärung - dem Geschäftswert - ab und kann aus einer Tabelle abgelesen werden. Für Notare gilt die "Gebührentabelle B" in der Anlage zum GNotKG.

Das Wertgebührensystem ist Ausfluss des Sozialstaatsprinzips. Die Gebühren bemessen sich nach dem wirtschaftlichen Wert und damit letztlich an der Leistungsfähigkeit des Gebührenschuldners. Auch wenn Notare im unteren Wertbereich nicht kostendeckend arbeiten können, dürfen sie als Träger eines öffentlichen Amts keine Beurkundung deswegen ablehnen.

Ein Beispiel

Für die Beurkundung einer Grundschuld fällt im Regelfall nach Nr. 21200 des Kostenverzeichnisses eine 1,0-fache Gebühr an. Denn es handelt sich um eine von Ihnen abgegebene "sonstige Erklärung". Geschäftswert ist der Nennbetrag der für die Bank einzutragenden Grundschuld. Die Beurkundung einer Grundschuld über € 50.000,-- kostet nach der Tabelle eine Gebühr in Höhe von € 165,- (1,0-fache Gebühr).

Die Schenkung eines Grundstücks im gleichen Wert erfolgt dagegen durch Vertrag zwischen Schenker und Beschenktem. Deswegen fällt nach Nr. 21100 des Kostenverzeichnisses eine 2,0-fache Gebühr an. Sie beträgt also 2 x € 165,- = € 330,-. Entsprechendes gilt für alle anderen Verträge, wie z.B. einen Kaufvertrag.

Übernimmt der Notar beim Kaufvertrag über die bloße Beurkundung des Vertrags hinaus weitere fördernde oder überwachende Tätigkeiten, so fallen dafür gesonderte Gebühren an. Hiervon gibt es nach der Reform nur noch zwei: Die Vollzugsgebühr und die Betreuungsgebühr. Beispielsweise kostet die Einholung einer Bescheinigung der Gemeinde darüber, dass kein gesetzliches Vorkaufsrecht besteht, durch den Notar eine 0,5-fache Vollzugsgebühr, höchstens aber € 50,-.

Für eine isolierte Beratung wird eine 0,3-fache bis 1,0-fache Gebühr erhoben, die der Notar nach seinem Ermessen unter Berücksichtigung des Umfangs und der Schwierigkeit der Sache festlegt. Aber keine Angst: Kaum ein Kollege wird Ihnen für eine rasche telefonische Anfrage oder auch ein kurzes persönliches Gespräch gleich eine Rechnung präsentieren.

Warum es "Mengenrabatt" gibt...

Die Gebühr steigt nach der Gebührentabelle nicht proportional mit dem Geschäftswert. Bei einem doppelt so hohen Geschäftswert fällt also nicht der doppelte Betrag an, sondern ein geringerer. Beispielsweise beträgt die einfache Gebühr aus einem Wert von € 100.000,-- nicht 2 x € 165,- = € 330,-, sondern lediglich € 273,-.

Der Notar muss für die Richtigkeit seiner Urkunde und deren ordnungsgemäßen Vollzug geradestehen. Da sein Risiko mit steigender wirtschaftlicher Bedeutung der Angelegenheit größer wird, fällt dann auch eine höhere Gebühr an. Außerdem sind Geschäfte, bei denen es um größere Werte geht, typischerweise in Vorbereitung und Durchführung aufwändiger. Da der Aufwand andererseits aber nicht proportional steigt, gewährt das Gesetz einen "Nachlass", je höher die Werte steigen.

Auslagen und Mehrwertsteuer

Zu den eigentlichen Gebühren kommen noch Schreib- und sonstige Auslagen sowie die gesetzliche Mehrwertsteuer hinzu. Die Schreibauslagen betragen grundsätzlich € 0,15 je Seite (jedoch mit zahlreichen Besonderheiten im Einzelnen).

Und wer zahlt eigentlich die Notarkosten?

Gesetzlicher Kostenschuldner sind bei einem Vertrag beide Parteien. Natürlich ist es möglich und üblich, im Vertrag genauer zu regeln, wer welche Kosten übernimmt. So zahlt beim Hauskauf meist der Käufer die Notar- und Grundbuchkosten, während der Verkäufer etwa anfallende Mehrkosten der Lastenfreistellung - also der Löschung alter Hypotheken und Grundschulden - übernimmt.

Notarkosten sparen

Welche Möglichkeiten bestehen, bei diesem Gebührensystem Kosten zu sparen?

Da die anfallenden Kosten von der konkreten Vertragsgestaltung abhängen, können Gebühren mitunter durch eine alternative Gestaltung vermieden werden. Manche Kosten auslösende Tätigkeiten können Sie als Beteiligter selbst übernehmen und dadurch eine Gebühr sparen. Wenn Sie gern wissen möchten, mit welcher Notargebühr Sie bei einem bestimmten Geschäft rechnen müssen, sprechen Sie mich an und lassen Sie sich vorab eine Kostenauskunft erteilen.

Konkret: Die Notargebühren bei einigen häufigen Urkunden

Nachstehend können Sie für eine Auswahl typischer notarieller Geschäfte ermitteln, welche Kosten bei bestimmten Geschäftswerten zu erwarten sind. Bitte beachten Sie, dass in Ihrem individuellen Fall Besonderheiten bestehen können, die sich kostenrechtlich auswirken; diese Internetseite kann die Kostenauskunft im Einzelfall nicht ersetzen.